Rasante technologische Entwicklungen haben der humangenetischen Forschung neue Horizonte eröffnet: Mit der Genomsequenzierung lassen sich nahezu alle Veränderungen im Erbgut aufspüren. Darüber hinaus macht es die CRISPR/Cas9-Technologie als eines der bedeutendsten gentechnischen Werkzeuge der letzten Jahrzehnte erstmals möglich, DNA-Abschnitte zielgerichtet zu verändern und somit effizient Gene ab- oder anzuschalten oder spezifische krankheitsverursachende Mutationen zu korrigieren. OMICs-Technologien erlauben es, DNA, RNA, Proteine, Stoffwechselprodukte und andere Moleküle in der Zelle zu erfassen.

Unser Institut besitzt eine moderne und dynamische Forschungslandschaft und ist bestens aufgestellt und ausgestattet, um das enorme Potenzial dieser neuen Technologien zu nutzen. Im Fokus unserer Forscher*innen steht das Ziel, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die unser Verständnis von fundamentalen biologischen Prozessen erweitern, zu einer verbesserten Diagnostik genetisch bedingter Erkrankungen beitragen und Ansatzpunkte für die Entwicklung künftige Therapieoptionen zum Wohle der Patient*innen liefern. Mit großer Kreativität und Leidenschaft entwickeln unsere Wissenschaftler*innen immer wieder innovative Ansätze, mit denen sie Genveränderungen und ihre Auswirkungen auf neue Weise aufspüren und analysieren. Sie identifizieren krankheitsverursachende genetische Varianten, charakterisieren ihre funktionellen Auswirkungen, erweitern unser Verständnis grundlegender biologischer Prozesse, ergründen die zellulären und molekularen Vorgänge beim Altern und bei altersassoziierten Krankheiten und liefern neue Einblicke in die Entstehung und Therapie von Krebs.

In unserer Forschung streben wir stets danach, eine Brücke zwischen Wissenschaft und klinischer Anwendung zu schlagen. Unsere neu gewonnenen Erkenntnisse sollen die Diagnostik genetischer Erkrankungen verbessern und die Entwicklung neuer therapeutischer Optionen vorantreiben.

Die Projekte unserer Arbeitsgruppen Wollnik, Kornak, Pauli, Kaulfuß, Bioinformatik sowie der Schwerpunktprofessur Molekulare Entwicklungsgenetik werden u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie weiteren Fördereinrichtungen unterstützt.

Das Spektrum unserer Forschungsarbeiten

Die Bandbreite der Aktivitäten unserer verschiedenen Arbeitsgruppen ist groß. Dies ist eine Auswahl an Fragestellungen und Erkrankungen, mit denen wir uns intensiv beschäftigen:

Molekulare & zelluläre Mechanismen der Alterung

Welche Gene, Signalwege und Mechanismen sind im natürlichen Alterungsprozess involviert, bei seltenen angeborenen Erkrankungen mit vorzeitiger Alterung (Progerien) und in der Entwicklung von altersassoziierten Krankheiten?

Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsgruppen Kornak und Wollnik.
 

Neue Therapieansätze durch Genomeditierung

Wie können wir die CRISPR/Cas-Technologie nutzen, um spezifische molekulare Therapien für angeborene Erkrankungen, zum Beispiel Herzerkrankungen und Erkrankungen des Knochens, zu entwickeln?

Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsgruppen Kornak und Wollnik.
 

Genidentifizierung & Entschlüsselung molekularer Mechanismen

Wir identifizieren neue Krankheitsgene für seltene Erkrankungen und erforschen die genaue Funktion des Gens und den Effekt, den die Veränderung auf molekulare Mechanismen hat.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsgruppen Kornak, Pauli und Wollnik.

 

Erbliche Schwerhörigkeit

Welche bislang nicht beschriebenen Gene bzw. Genvarianten verursachen syndromale oder isolierte Formen der erblichen Schwerhörigkeit?

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Arbeitsgruppe Wollnik.
 

Tumorentstehung

Welche Signalwege interagieren beim Rhabdomyosarkom und in der Entstehung von Hypophysenadenomen?
Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Webseite der Schwerpunktprofessur Molekulare Entwicklungsgenetik.

Welche Gene und Genvarianten sind für die Entstehung von familiären Tumorerkrankungen verantwortlich?
Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Arbeitsgruppe Wollnik.



 

Welche Gene und Genvarianten sind für die Entstehung von familiären Tumorerkrankungen verantwortlich?

Unsere NGS-basierten Untersuchungen generieren große und komplexe Datensätze. Wir entwickeln und etablieren eigene bioinformatische Pipelines, die uns ermöglichen, mittels mathematischer und statistischer Tools diese Daten so zu verarbeiten, zu analysieren und zu interpretieren, dass wir neue Einblicke in die verschiedenen Aspekte der Genomdynamik gewinnen.

Wir untersuchen molekulare Prozesse in einzelnen Zellen, in verschiedenen Geweben und zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Entwicklung, im gesunden Organismus und im Kontext von Erkrankungen. Dazu setzen wir neueste Methoden der Hochdurchsatzsequenzierung ein wie die Genomsequenzierung, Transkriptomanalyse, Einzelzellsequenzierung u.a. Untersuchungen in Zellsystemen wie iPS-Zellen, Organoiden, Bone-on-a-chip oder in Modellorganismen (Maus, Zebrafisch) liefern uns neue Erkenntnisse über funktionelle Auswirkungen von Mutationen und die Rolle von Proteinen in molekularen Mechanismen und Signalwegen.

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