Gen des Monats März: GAN
Die meisten Betroffenen werden rollstuhlabhängig und versterben in ihrem dritten Lebensjahrzehnt. Gigaxonin ist ein Cul3-Ubiquitin-Ligase-Adaptor und an der Regulation des Abbaus von Proteinen in der Zelle beteiligt. Es ermöglicht den Abbau von Neurofilamenten und gewährleistet damit die korrekte Struktur und Funktion von Neuronen.
Im New England Journal of Medicine wird über die Ergebnisse einer klinischen Phase-1-Studie der Gentherapie scAAV9/JeT-GAN berichtet. Bei diesem Ansatz soll mittels eines Vektors auf Basis des Adeno-assoziierten Virus (AAV) eine funktionsfähige Version des GAN-Gens in Kombination mit einem synthetischen Promotor in Nervenzellen geschleust werden, um dort die Genexpression und die Produktion und Freisetzung von Gigaxonin anzuregen. In der Studie erhielten 14 betroffene Kinder jeweils eine einmalige Gabe von scAAV9/JeT-GAN in den Rückenmarkkanal. Vier unterschiedliche Dosierungen wurden dabei getestet. Nach einem Jahr wurde in der Studie ein möglicher klinischer Nutzen im Sinne eines positiven Einflusses auf die Verschlechterung der motorischen Funktion festgestellt. Zur Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit dieses Ansatzes zur Gentherapie von Patient*innen mit Riesenaxon-Neuropathie sind weitere Studien erforderlich.
Bharucha-Goebel DX, Todd JJ, Saade D, Norato G, Jain M, Lehky T, Bailey RM, Chichester JA, Calcedo R, Armao D, Foley AR, Mohassel P, Tesfaye E, Carlin BP, Seremula B, Waite M, Zein WM, Huryn LA, Crawford TO, Sumner CJ, Hoke A, Heiss JD, Charnas L, Hooper JE, Bouldin TW, Kang EM, Rybin D, Gray SJ, Bönnemann CG; GAN Trial Team. Intrathecal Gene Therapy for Giant Axonal Neuropathy. N Engl J Med. 2024 Mar 21;390(12):1092-1104. doi: 10.1056/NEJMoa2307952.